Erweiterung der EU-Sanktionen gegen Russland – Das 19. Sanktionspaket im Überblick
Energie
Kernmaßnahme ist ein komplettes Einfuhrverbot für russisches Flüssigerdgas (LNG) – für Langfristverträge ab 1. Januar 2027, für Kurzfristverträge bereits innerhalb von sechs Monaten.
Zudem wird die bisherige Ausnahme für Rosneft und Gazprom Neft aufgehoben; Ölimporte aus Russland sind nicht mehr erlaubt.
Darüber hinaus werden chinesische Raffinerien und ein Ölhändler sanktioniert, die große Mengen russischen Rohöls abnehmen.
Ein weiteres Verbot betrifft eine Variante von Flüssiggas (LPG), die bisher zur Sanktionsumgehung genutzt wurde.
Neu sind auch Maßnahmen gegen maritime Register und Ölhandelsunternehmen in Hongkong und den VAE, die an der Schattenflotte beteiligt sind.
Finanz- und Kryptomaßnahmen
Fünf weitere russische Banken werden gelistet. EU-Unternehmen dürfen keine Transaktionen mehr mit ihnen durchführen.
Das Paket umfasst zudem ein Verbot des russischen Zahlungssystems Mir und SBP sowie Einschränkungen gegen Institutionen in Belarus und Kasachstan, die dieses System nutzen.
Erstmals werden auch Kryptowährungen direkt sanktioniert: Die EU verbietet die Nutzung eines russischen Stablecoins (A7A5) und listet eine Krypto-Börse in Paraguay, die zur Umgehung diente.
EU-Unternehmen dürfen künftig keine Krypto- oder FinTech-Dienstleistungen mehr für Russland erbringen.
Handel und Exportkontrolle
Die EU erweitert ihre Exportverbote um Dual-Use-Güter und fortgeschrittene Technologien, darunter Metalle für Waffensysteme, chemische Vorprodukte für Treibstoffe und Baumaterialien im Wert von rund 155 Millionen Euro.
45 neue Unternehmen – darunter 17 aus Drittstaaten wie China, Indien und Thailand – werden wegen Umgehungsgeschäften gelistet.
Sonderwirtschaftszonen und Dienstleistungen
Erstmals werden russische Sonderwirtschaftszonen (SEZs) direkt sanktioniert.
Für die Zonen Alabuga und Technopolis Moscow gilt künftig ein Verbot, bestehende Verträge fortzuführen oder neue Vereinbarungen zu treffen.
Zudem werden digitale und KI-Dienstleistungen für Russland untersagt, ergänzt um ein neues Genehmigungssystem für alle nicht verbotenen Services.
Auch der Versicherungs- und Rückversicherungssektor wird stärker reguliert.
Weitere Maßnahmen
- Neue Reisebeschränkungen für russische Diplomaten innerhalb der EU
- Erweiterte Listungen wegen der Deportation ukrainischer Kinder
- Parallele Anpassungen im Belarus-Regime (fünf neue Listungen im Militärbereich)
Fazit
Mit dem 19. Sanktionspaket verschärft die EU den Druck auf Russland erneut – mit Schwerpunkten auf Energie, Finanzen und digitalen Strukturen.
Unternehmen sollten insbesondere LNG-, Bank-, Krypto- und Dienstleistungsbeziehungen mit Russland und Belarus kritisch prüfen.
Die EU sendet damit ein deutliches Signal: Jede Umgehung wird verfolgt, jedes Schlupfloch geschlossen.
Quelle: Europäische Kommission, Pressemitteilung IP/25/2491 vom 23. Oktober 2025
