Erweiterung der EU-Sanktionen gegen Russland – Das 18. Sanktionspaket im Überblick

Energie

Die EU senkt die Preisobergrenze für russisches Rohöl von 60 auf 47,60 US-Dollar pro Barrel und führt ein automatisches Anpassungssystem ein, um die Wirksamkeit der Obergrenze zu gewährleisten.
Zur Eindämmung von Umgehungsstrategien werden 105 weitere Schiffe der sogenannten „Schattenflotte“ sanktioniert, womit insgesamt 444 Tanker auf der EU-Liste stehen. Diese Schiffe dürfen keine europäischen Häfen anlaufen und keine maritimen Dienstleistungen mehr in Anspruch nehmen.

Erstmals werden auch russische und internationale Betreiber der Schattenflotte sowie eine indische Raffinerie mit Rosneft-Beteiligung gelistet.
Zudem tritt ein Importverbot für raffinierte Erdölprodukte in Kraft, die aus russischem Rohöl hergestellt und über Drittstaaten in die EU eingeführt werden.
Weitere Maßnahmen umfassen ein vollständiges Transaktionsverbot für Nord Stream 1 und 2, um Bau, Wartung und Betrieb endgültig zu unterbinden, sowie das Ende der Ausnahme für Ölimporte nach Tschechien.

 

Banking und Finanzen

Das Verbot spezieller Finanznachrichtendienste wird auf ein vollständiges Transaktionsverbot ausgeweitet und um 22 russische Banken ergänzt.
Zudem führt die EU strengere Kriterien für Finanzinstitute und Kryptodienstleister in Drittstaaten ein, die Sanktionen umgehen oder mit dem russischen Zahlungssystem SPFS verbunden sind.
Neu ist außerdem ein komplettes Transaktionsverbot mit dem Russian Direct Investment Fund (RDIF) sowie mit seinen Tochterunternehmen und Partnerbanken.
Darüber hinaus gilt ein Exportverbot für Bankensoftware und Managementsysteme, die zur Umgehung von Sanktionen genutzt werden könnten.

 

Militärindustrie und Exportkontrolle

Das Paket richtet sich gezielt gegen die russische Rüstungsindustrie.
Neue Sanktionen betreffen Lieferanten des Militärsektors, darunter drei chinesische Unternehmen, die Güter mit militärischer Nutzung exportieren.
Insgesamt werden 26 Unternehmen strengeren Exportbeschränkungen unterworfen, davon elf außerhalb Russlands, vor allem in China, Hongkong und der Türkei.
Die EU verbietet den Export weiterer Dual-Use-Güter im Wert von über 2,5 Milliarden Euro, darunter CNC-Maschinen, Chemikalien für Treibstoffe und Baumaterialien.

 

Belarus

Auch die Sanktionen gegen Belarus werden angepasst.
Neben acht neuen Listungen aus dem belarussischen Militärkomplex führt die EU ein Waffenembargo ein und wandelt das bisherige SWIFT-Verbot in ein vollständiges Transaktionsverbot um.

 

Fazit

Das 18. Sanktionspaket zählt zu den umfassendsten Maßnahmen der EU seit Beginn des Krieges. Es schwächt Russlands Einnahmequellen im Energie- und Finanzsektor, schränkt kritische Technologieexporte ein und schließt zentrale Schlupflöcher in der Umgehungsarchitektur.
Unternehmen, die in diesen Bereichen tätig sind, sollten ihre Liefer- und Finanzbeziehungen prüfen und sicherstellen, dass keine Verstöße gegen die neuen Vorgaben erfolgen.

Quelle: Rat der Europäischen Union, Pressemitteilung Nr. 623/25 vom 18. Juli 2025